Wissenschaftlich anerkannte psychotherapeutische Verfahren, Ansätze, Methoden, Techniken
Wissenschaftlich Anerkannte Psychotherapeutische Verfahren, Ansätze, Methoden, Techniken zusammenfassen
9.2 Psychodynamische Psychotherapie (Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, TP, und Analytische Psychotherapie, AP)
Da sich die verschiedenen Schulen nicht auf gemeinsame Theorieansätze einigen können, ist es hierzu schwerer Klausurfragen zu stellen (da man schnell sagen könnte 「 aber die sagen das anders 」.
Daher sind für uns VTler vor allem die Themen Abwehrmechanismen, Strukturniveau und OPD-3 wichtig zu wissen.
9.2.1. Psychoanalytische Wurzeln und Entwicklung der psychodynamischen Psychotherapien
Freud’sche Psychoanalyse und postfreudianische Weiterentwicklungen
historische Entwicklung der psychodynamischen Therapieverfahren TP und AP
9.2.2 Psychodynamische Veränderungsmodelle im Zusammenhang mit Interventionen, Wirkmechanismen und Outcome
psychodynamische Prozessmodelle und Veränderungskonzepte B. Psychotherapie mit wechselndem Fokus)
spezifische Wirkfaktoren
Integration abgewehrter Affekte ins Selbst
Förderung von Einsicht
Veränderung von Widerstand/Abwehr-sowie Verarbeitungs-/Bewältigungsmodalitäten
korrigierende Beziehungserfahrung
Widerlegung pathogener Überzeugungen
Förderung von Mentalisierung
Veränderung psychischer Struktur und Persönlichkeitsfunktionen
9.2.3 Psychodynamische Diagnostik
diagnostische Beziehungsgestaltung
Techniken der diagnostischen Gesprächsführung
psychodynamisches Erstinterview, biographische Anamnese
psychodynamische Fallformulierung
Diagnostik der Behandlungsvoraussetzungen
interpersonelle Diagnostik
Fokusidentifizierung und Operationalisierung der Übertragung
Struktur- und Persönlichkeitsdiagnostik
Operationalisierte psychodynamische Diagnostik (OPD)
9.2.4 Indikation und Therapieziele
Subjektive und objektive Indikationsbereiche und Behandlungsvoraussetzungen
Differenzialindikation für TP und AP
Fokus und Therapieziele in TP und AP
9.2.5 Therapeutische Beziehungsgestaltung in Psychodynamischer Psychotherapie (TP und AP)
Gestaltung der Therapeutischen Beziehung (helping alliance, Arbeitsbündnis)
Nichtdirektivität
Handhabung von Neutralität und Abstinenz
Besonderheiten der Übertragung (Übertragung als Technik oder Prozessvariable)
Konzepte der Gegenübertragung (Konkordante und Komplementäre Gegenübertragung)
Verständnis des Widerstandes (insbesondere in seiner beziehungsregulatorischen Funktion)
Negative therapeutische Reaktion
Umgang mit regressiven und progressiven Prozessen
Reflexion von Agieren und Handlungsdialogen von Patient und
Therapeut (Enactment, acting in/acting out)
9.2.6 Übergreifende Psychodynamische Behandlungstechniken (TP und AP)
psychodynamische Gesprächstechniken: z. B. Explorieren, Klarifizieren, Konfrontieren, Interpretieren
mentalisierungsbasierte Interventionen
Bereitschaft zur Rollenübernahme
Widerstandsanalyse, Übertragungsanalyse, Gegenübertragungsanalyse
fokussierte Übertragungs- und Widerstandsanalyse
konfliktorientierte aufdeckende Interventionsstrategien: Konzepte der Fokusformulierung und -bearbeitung
9.2.7 Tiefenpsychologisch fundierte Behandlungstechniken
aktive Position des Therapeuten
supportive, ressourcenmobilisierende und handlungsaktivierende Interventionen
strukturierender, begrenzender Umgang mit Regression
Arbeit mit der Übertragung
strukturgebende Interventionsstrategien: entwicklungsbezogene und entwicklungsfördernde Gestaltung des therapeutischen Raumes
interaktionsbezogene Interventionen zur Differenzierung der Selbststrukturen
Traumbearbeitung in der TP
9.2.8 Analytische Regeln und Behandlungstechniken
analytische Kooperations- und Diskursregeln - der analytische Dialog
gleichschwebende Aufmerksamkeit und freie Assoziation als Grundregel
Besonderheiten von Gesprächstechniken in der AP: Deuten, Rekonstruktion, „Erinnern und Durcharbeiten“
Förderung regressiver Prozesse
Arbeit in der Übertragung
Arbeit mit wechselndem Fokus
Traumbearbeitung in der AP
9.2.9 Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapiemethoden
Psychodynamische Kurzzeitpsychotherapie
Tiefenpsychologisch fundierte Langzeitpsychotherapien
Tiefenpsychologisch fundierte längerfristig haltgebende niederfrequente Psychotherapie
Psychodynamische Paar- und Familientherapie (s. 5.3.2)
Tiefenpsychologisch fundierte Gruppenpsychotherapien: Besonderheiten, Settings, Rahmen (s. 5.4.3): Interaktionelle und Dynamisch intendierte Gruppenpsychotherapie
9.2.10 Analytische Psychotherapiemethoden
Analytische Kurzzeittherapie
Analytische Langzeittherapie
Analytische Paar-und Familientherapie (s. 5.3.2)
Analytische Gruppenpsychotherapien: Besonderheiten Settings, Rahmen (s. 5.4.3)
9.2.11 Stationäre psychodynamische Psychotherapie
Indikation zur stationären und teilstationären Psychotherapie
Entwicklung und Besonderheiten stationärer Psychotherapie in Deutschland
Konzepte stationärer psychodynamischer Psychotherapie im Krankenhaus und in stationären Rehabilitationseinrichtungen
9.3 Systemische Therapie
9.3.1 Methodentheorie und Wirkfaktoren
Erklärung der Wirkung von Methoden / Wirkfaktorentheorie: instruktive Einflussnahme vs. Therapie als Verstörung / Perturbation: Therapie als Kontextgestaltung
Interdependenz von Hypothesenbildung und Intervention: systemisches Hypothetisieren
Veränderungsrelevante Unterscheidungen: Kunde – Besucher – Kläger; triviale und nichttriviale Systeme; Verstören bisheriger Konflikt-Lösemuster im System
erkenntnistheoretische Grundlagen: Systemtheorie (soziologisch, synergetisch), Konstruktivismus (radikal/biologisch, sozial/relational, gemäßigt/psychologisch)
praxeologische Grundorientierungen: Lösungs- und Ressourcenorientierung, Kontext- und Musterorientierung, Auftrags- und Kundenorientierung, Beziehungs- und Kooperationsorientierung, Neugier- und Kreativitätsorientierung
9.3.2 Informationserhebung und Rolle der Sprache in der systemischen Therapie
Fragen als Interventionen, systemische Fragen und Frageebenen
Fragen zur Erzeugung von Unterschieden, die Unterschiede machen; Verflüssigungsfragen; problemorientierte vs. lösungsorientierte Fragen
systemische Frageformen: Fakten-, strategische, zirkuläre, reflexive Fragen; Skalierungsfragen
Erhebung von Erwartungen und Erwartungs-Erwartungen
Metakommunikation
9.3.3 Ankoppelung an Systeme, Entwicklung einer therapeutischen Allianz
Auftragsklärung und Auftragskarussell; Kundenorientierung; Zielklärung; Kontraktbildung
9.3.4 Veränderung von Wirklichkeitskonstruktionen
Reframing (Umdeutung) und positive Konnotation, paradoxe Interventionen (z. B. Symptomverschreibungen)
reflecting team, splitting team, therapeutisch geleitete Aufmerksamkeitssteuerung (Beobachtungsaufgabe)
Konflikt-Lösemuster im System (Arbeit mit Tetralemma)
Veränderung von Wirklichkeitskonstruktionen: Rekonstruktion und Dekonstruktion von Wirklichkeitskonstruktionen
9.3.5 Relevanz der therapeutischen Beziehung
Merkmale der Therapie als eigenes System
Psychotherapie als Krankenbehandlung: Therapeutische Asymmetrien, Paradoxien und Rollenspezifika im Funktionsbereich; vorgegebene Rollen mit Relevanz für die Therapie; paradoxe Situationen in der Psychotherapie als Krankenbehandlung und deren Bewältigung
Merkmale der therapeutischen Haltung in der Systemtherapie: Kooperation und Kontraktbildung; Expertise des Nichtwissens; Varianten der therapeutische Neutralität; Umgang mit therapeutischer Parteilichkeit, Macht und therapeutischem Expertentum, Aufklärung und Information
9.3.6 Lösungsorientierung und Ressourcenorientierung
Wunderfrage, Frage nach Ausnahmen, positive Konnotation und Reframing
Ressourcendiagnostik, Arbeit mit der Zeitschiene/Timeline
Aktivierung von sozialer Unterstützung, Aktivierung von inneren und äußeren Ressourcen
9.3.7 Methoden zur Verhaltensänderung
Symptomverschreibung – Als-Ob-Verschreibung
paradoxe Intervention
Musterunterbrechungsinterventionen
Abschlussinterventionen (Splittingteam, therapeutische Hausaufgaben, therapeutische Hilflosigkeitserklärung)
9.3.8 Arbeit mit Symbolisierungen der Systemstrukturen
Genogramm; Systemzeichnung; Aufstellung und Skulptur; Familienbrett, Familienaufstellung, Organigramm
9.3.9 sonstige Methoden und Ansätze
Externalisierung; Minimax-Interventionen; Arbeit mit Metaphern, dialogische Ansätze, MFT, MST, ABFT, MDFT, MBFT, EFT, Open Dialogue/dialogisch-systemische Ansätze (s. a. 4.4.2, 5.3.3)
9.4 Gesprächspsychotherapie
9.4.1 Gesprächspsychotherapeutische Wurzeln und Entwicklung der Methoden der Gesprächspsychotherapie
gestalttheoretische Wurzeln (Aktualisierung, Gestalt, Selbstorganisation
gesprächspsychotherapeutische Konzepte und Methoden: Begegnung, Hier-und-Jetzt-Prinzip, Ich-Du-Beziehung
nichtdirektive Gesprächspsychotherapie
gefühlsverbalisierende Gesprächspsychotherapie
erlebenszentrierte Gesprächspsychotherapie
emotionszentrierte und störungsspezifische Ausdifferenzierungen der Gesprächspsychotherapie
9.4.2 „Klassische“ Gesprächspsychotherapie
6 notwendige und hinreichende Bedingungen für den therapeutischen Prozess, u. a. Empathie/VEE ( = Verbalisierung Emotionaler Erlebnisinhalte als operationalisierte Variable), unbedingte positive Beachtung, Kongruenz („Echtheit“)
methodische Schwerpunkte: Symbolisieren, innerer Bezugsrahmen, reaktive Inkongruenz
9.4.3 Spezifische Diagnostik des gesprächspsychotherapeutischen Veränderungsprozesses
VEE-Skala
Selbstexlorations-Skala (SE-Skala)
Beziehung VEE und SE für den Therapieprozess
Therapie-Prozess-Skala
Differentielles Inkongruenzmodell (DIM)
Q-Sort-Techniken von Selbst- und Idealbild
9.4.4 Erlebenszentrierte Methoden der Gesprächspsychotherapie
Experiencing-Theorie und Focusing-Therapie
Konzepte: Achtsamkeit, felt sense, strukturgebundes Erleben
Focusing als Methode
9.4.5 Emotionsfokussierte Arbeit in der Gesprächspsychotherapie
Emotion-Focused-Therapy (EFT)
Konzepte: 4 Formen emotionaler Schemata
Verarbeitungsstufen, Ebenen der Beschreibung von Emotionen
primär adaptive, maladaptive, sekundär reaktive, instrumentelle emotionale Prozesse
6 Modalitäten der Erlebnisverarbeitung
Behandlungsprinzipien der EFT
prozessdirektive, aktivierende Techniken (u. a. 2-Stuhl-Technik)
9.4.6 Störungsspezifische Ausdifferenzierungen der Gesprächspsychotherapeutischen Methodik
störungsbezogene Perspektiven und Manuale in der Gesprächspsychotherapie (Depression, Angst)
klärungsorientiertes Vorgehen in der Gesprächspsychotherapie (Psychosomatik)
prozessorientiertes Vorgehen in der Gesprächspsychotherapie
„Prä-Therapie“ (Schizophrenie, Demenz)
Gesprächspsychotherapie für Borderline-Patienten
9.5 Weitere Behandlungsansätze, Methoden und Techniken sowie übergreifende Ansätze
9.5.1 Neuropsychologie
neuropsychologisches Grundlagenwissen: Zusammenhang zwischen Hirnstrukturen, kognitiven und affektiven Funktionen (s. a. 1.2.1), neuronale Schaltkreise, Angst, intentionales Handeln, Bewusstsein aus neuronaler Sicht, Willensentscheidungen
neuronale Korrelate psychischer Störungen
neuropsychologische Diagnostik zur Erfassung und Objektivierung kognitiver und affektiver Funktionsstörungen nach Hirnläsionen (s. a. 3.3.2, 7.2.8)
neuropsychologische Trainingsverfahren und Behandlungstechniken
9.5.2 Weitere und verfahrensübergreifende Methoden/Ansätze
Ansätze einer allgemeinen Psychotherapie und kontextuelle Metamodelle; Interpersonelle Psychotherapie; Gestalttherapie; Hypnotherapie; Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR); Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP); Psychoedukation
neue Medien
9.6 Spezielle Problemstellungen
9.6.1 Notfall- und Krisensituationen
mögliche Syndrome, akute Suizidalität, akute dissoziative Zustände, selbstverletzendes Verhalten
auslösende individuelle und psychosoziale Faktoren
Merkmale psychotherapeutischer Krisenintervention, notfallpsychotherapeutische Angebote, weiterführende Maßnahmen
9.6.2 Besonderheiten und Probleme in der Behandlung von alten Menschen
alterstypische Akzentuierung spezifischer Symptome, Kompetenzdefizite, Auseinandersetzung mit näher rückendem Lebensende (s. a. 1.1.8)
häufige Störungen im Alter, funktionelle Störungen im Alter, psychosomatische und somatopsychische Störungen, Demenzerkrankungen
Problemstellungen der Multimorbidität
Möglichkeiten und Grenzen der Psychotherapie: angepasste Behandlungsansätze der wissenschaftlich anerkannten Verfahren
9.6.3 Besonderheiten in der Therapie mit Intelligenzgeminderten
frühe Bindungsstörungen
Besonderheiten in der Therapie
multimodale Therapiekonzepte
9.6.4 Besonderheiten in der Therapie mit Migranten
Identitätsentwicklung in der Migration, maritale Rollenbilder
Traumatisierung und Entwicklungschance, Sprachprobleme, Schmerzsyndrome, Vereinsamung, Transgenerationelle Migrations- oder Traumaerfahrung
Kultursensibilität
9.6.5 Psychotherapie mit Transplantationspatienten
psychosoziale Faktoren und Transplantationserfolg, Empfängerauswahl, Wartezeit, perioperative Phase, Rehabilitationsphase, Langzeitverlauf
9.6.6 Psychotherapie mit Straftätern
gesetzliche Grundlagen der Behandlung
Broken-Home-Ausgangssituationen, soziale Desintegration, extrinsische Motivation
Vertrauensaufbau, medikamentöse Möglichkeiten bei Sexualstraftätern, Besonderheiten der therapeutischen Beziehung